Vor dem ersten Einkochversuch sieht eine Einkaufsliste schnell aus wie die Ausstattung einer kleinen Manufaktur. Dabei entscheidet erst die Methode, was auf deinen Küchentisch gehört. Für eine Portion Kräuterbutter brauchst du andere Dinge als für ein Wasserbad mit heißen Gläsern.
Schau zuerst in die Schubladen. Ein scharfes Messer, ein standsicheres Brett, Schüsseln, ein geeigneter Topf und saubere Tücher sind häufig schon vorhanden. Ergänze gezielt das Teil, das bei deinem Vorhaben fehlt. Ein großes Set ist nur dann praktisch, wenn seine Bestandteile wirklich passen.
Diese Dinge erfüllen jeweils eine andere Aufgabe
| Hilfsmittel | Wofür es gebraucht wird | Vorher prüfen |
|---|---|---|
| Waage | Zutaten, Salz und Zucker nach Gewicht abmessen | Anzeige in g, passende Tragkraft und nötige Auflösung |
| Messbecher | Wasser, Essig oder andere vorgegebene Volumina abmessen | Lesbare Milliliterskala und Hitzebeständigkeit |
| Genormte Messlöffel | Kleine Mengen aus Rezepten abmessen | 1 TL entspricht 5 ml, 1 EL 15 ml; Bruchteile brauchen den passenden Löffel. |
| Einmachtrichter | Stücke und Flüssigkeit durch die Glasöffnung führen | Öffnung muss zum Glas passen; Material für Temperatur und Lebensmittel geeignet. |
| Glasheber | Heiße Gläser aufrecht aus dem Wasser nehmen | Sicherer Griff unter dem Glashals, ausreichende Öffnung |
| Einkochgitter | Gläser vom direkten Kontakt zum heißen Topfboden trennen | Passend zum Topf, stabil und dafür vorgesehen |
| Spatel oder Luftblasenentferner | Eingeschlossene Luft an der Glaswand lösen | Glatte, lebensmittelechte Oberfläche; Glas nicht beschädigen |
| Thermometer | Kühlgerät, Ofenraum oder Lebensmitteltemperatur messen | Der Messbereich und die Bauart müssen zur Aufgabe passen. |
Ein Küchenthermometer für eine Kerntemperatur ist kein automatischer Ersatz für ein Ofenthermometer. Und eine Küchenwaage mit Grammteilung kann nicht beliebig kleine Zusatzstoffmengen zuverlässig messen. Bei Pökelverfahren bestimmt die Anleitung, welche Genauigkeit erforderlich ist.
Für das Einkochen im Wasserbad
Der Topf braucht neben den Gläsern Platz für das Gitter, den vorgeschriebenen Wasserstand und den Deckel. Probiere das mit leeren Gläsern aus. Ein Topf, in den die Gläser gerade so hineinpassen, ist nicht zwangsläufig hoch genug für das Verfahren.
Der Glasheber wird unterhalb des Deckels angesetzt. Das heiße Glas soll aufrecht bleiben. Eine Grillzange, ein Geschirrtuch um den Deckel oder die Hand am Schraubring sind dafür kein gleichwertiger Ersatz. Bereite einen ungestörten Abstellplatz vor, bevor der Topf heiß wird.
Ein Glasheber mit geeignetem Griff* und ein zum Topf passendes Einkochgitter* sind dafür gezielte Ergänzungen. Beim Einmachtrichter* zählt vor allem, ob sein Auslauf in deine Gläser passt. Für wenige Gläser muss daraus noch kein elektrischer Einkochautomat werden.
Zum Abmessen und sauberen Befüllen
Stelle Waage und Messbecher so hin, dass du sie ohne Griff über einen heißen Topf erreichst. Trockene Zutaten werden nach der im Rezept genannten Einheit gemessen. 100 ml Zucker sind nicht 100 g Zucker. Ein Esslöffel aus der Besteckschublade hat außerdem keine verlässlich einheitliche Größe.
Eine Küchenwaage mit Tarafunktion* vereinfacht das Abwiegen direkt in einer Schüssel. Ein Messbecher mit Milliliterskala* eignet sich für die vorgesehenen Flüssigkeiten. Falls ein Rezept ¼ TL verlangt, gehört ein Messlöffel mit passenden Teilgrößen* dazu. Eine kleine Menge nach Augenmaß ist keine genauere Lösung.
Kelle und Trichter halten den Arbeitsplatz übersichtlicher. Sie machen das Reinigen der Glasränder vor dem Verschließen trotzdem nicht überflüssig. Ein glatter Luftblasenentferner fürs Einkochen* kann zugleich eine Füllhöhenmarkierung haben. Nutze sie entsprechend der konkreten Rezeptvorgabe.
Was beim Fermentieren hinzukommt
Hier brauchst du ein Gefäß mit einem geeigneten Weg für die entstehenden Gase. Dazu kommen ein passendes Gewicht und meist eine Waage für die Salzmenge. Das Gewicht hält Gemüse unter der Lake. Es ist kein Deckel und ersetzt den Gärverschluss nicht.
Bei Fermentiergläsern mit Gärverschluss* sollten Glas, Verschluss und Fermentiergewicht* als System zusammenpassen. Ein Gärtopf mit Wasserrinne* arbeitet anders als ein kleines Glas mit Ventil. Lies vor dem Befüllen, wie viel Platz oben frei bleiben muss und wie das System gereinigt wird.
Für Gefrierfach und Dörrgerät
Gefrierbehälter müssen für die niedrigen Temperaturen und den Kontakt mit dem jeweiligen Lebensmittel geeignet sein. Bei Flüssigkeiten bleibt der in der Anleitung vorgesehene Platz für die Ausdehnung frei. Nicht jedes aufgehobene Glas eignet sich zum Einfrieren.
Stapelbare Gefrierdosen* sparen oft mehr Platz als ein zusätzliches Gerät. Für einzeln entnehmbare Beeren reicht zunächst ein geeignetes Tablett zum Vorfrieren. Ein Gefrierthermometer* hilft beim Kontrollieren der Temperatur.
Wer regelmäßig größere Mengen trocknet, kann nach einem Dörrgerät mit Temperaturregelung* schauen. Prüfe die nutzbare Fläche und ob sich die Einschübe gut reinigen lassen. Ein Ofenthermometer für niedrige Temperaturen* ist für einen Versuch im geeigneten Backofen nützlicher als ein Gerät, dessen Skala erst bei großer Hitze beginnt.
Was du dir zunächst sparen kannst
Etikettendrucker, dekorative Gläserdeckchen und große Sortimente unterschiedlichster Glasgrößen machen den ersten Vorrat nicht besser. Ein ablösbares Etikett mit Inhalt und Datum reicht. Auch ein Vakuumierer ist keine Grundvoraussetzung fürs Einfrieren.
Leihen lohnt sich bei selten benutzten großen Geräten. Kontrolliere dabei Zubehör und Bedienungsanleitung mit. Ein ausgeliehener Einkochautomat ohne passendes Gitter ist noch keine vollständige Ausstattung. Welche Verschlüsse zu welchen Gläsern gehören, erklärt der Beitrag über Gläser und Deckel.
Zum Nachlesen: NCHFP: Einkochen im Wasserbad · WECK: Gläser, Ringe und Klammern · BfR: Lebensmittelhygiene zu Hause.

