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Einkochautomat benutzen: Was er erleichtert und wo seine Grenzen liegen

Elektrischer Einkochautomat mit Deckel, Gitter und leeren Gläsern auf einer Küchenarbeitsfläche

Wenn mehr als drei oder vier Gläser zusammenkommen, wird es auf dem Herd schnell eng. Ein Einkochautomat stellt dafür ein eigenes Wasserbad bereit. Je nach Modell hält er eine eingestellte Temperatur und übernimmt einen Teil der Zeitsteuerung. Das ist bequem, ändert aber nichts daran, welches Verfahren dein Lebensmittel braucht.

Bevor du den Karton auspackst, überlege, wo das gefüllte Gerät sicher stehen kann. Wasser, Gläser und Inhalt ergeben ein hohes Gewicht. Eine wackelige Beistellplatte neben der Spüle ist dafür kein guter Arbeitsplatz.

Was das Gerät kann

Ein üblicher Einkochautomat erhitzt Wasser bei normalem Umgebungsdruck. Er kann ein geeignetes Wasserbad länger gleichmäßig halten und nimmt dabei keinen Platz auf dem Herd weg. Manche Modelle besitzen zusätzlich einen Auslaufhahn oder lassen sich mit einem vorgesehenen Entsafteraufsatz verwenden.

Das Wort „Automat“ bedeutet nicht, dass jedes Rezept automatisch sicher verarbeitet wird. Ungesäuertes Gemüse, Fleisch oder Fisch benötigen für ungekühlte Konserven ein dazu passendes Verfahren. Ein Thermostat bis zur Kochtemperatur macht das Gerät nicht zu einem Druck-Einkochtopf.

Diese Punkte stehen in der Bedienungsanleitung

  • Wie viel Wasser mindestens und höchstens eingefüllt werden darf.
  • Welches Gitter vorgesehen ist und wie die Gläser eingesetzt werden.
  • Wie Thermostat, Kochstellung und Timer funktionieren.
  • Ob ein Timer sofort oder erst beim Erreichen einer Temperatur beginnt.
  • Welche Hinweise zu Stromanschluss, Standort und Reinigung gelten.

Gerade der Zeitbeginn ist nicht bei jedem Gerät gleich. Wenn ein Rezept eine bestimmte Zeit im kochenden Wasserbad verlangt, zählen Aufheizminuten nicht einfach dazu. Verlasse dich nicht darauf, dass jedes leuchtende Lämpchen genau denselben Gerätezustand anzeigt.

Das Wasserbad vorbereiten

Stelle das Gerät auf eine feste, hitze- und feuchtigkeitsgeeignete Fläche. Beachte den Abstand zu Möbeln und die Hinweise zum Anschluss. Der elektrische Teil bleibt trocken; der Auslaufhahn wird vor dem Befüllen geschlossen. Benutze das vorgesehene Gitter und kontrolliere mit leeren Gläsern, ob die nötige Wasserüberdeckung möglich ist.

Beim tatsächlichen Befüllen passen Wassertemperatur, Glastemperatur und Inhalt zur gewählten Anleitung. Heiße und kalte Komponenten unüberlegt zu mischen kann Glas beschädigen. Die Gläser werden nach Vorgabe eingesetzt, nicht zwischen die Heizung und das Gitter geklemmt.

Du musst das Gerät auch während eines langen Durchgangs beobachten können. Ein Timer ersetzt keine Kontrolle des Wasserstands. Kinder, Haustiere und frei hängende Kabel sollten nicht in den Arbeitsbereich geraten.

Ein Durchgang Schritt für Schritt

  1. Ein für dein Lebensmittel und die Glasgröße geeignetes Rezept auswählen und vollständig lesen.
  2. Gläser, Verschlüsse und Zutaten vorbereiten; den Platz zum späteren Abkühlen freiräumen.
  3. Gerät, Gitter und Wasser nach Anleitung vorbereiten und die vorgesehenen Gläser einsetzen.
  4. Wasserstand und Temperatur prüfen und das Gerät entsprechend dem Verfahren betreiben.
  5. Die Verarbeitungszeit erst beim dafür vorgesehenen Zustand beginnen lassen; bei Bedarf einen getrennten Timer verwenden.
  6. Wasserstand und Ablauf beobachten und vorgeschriebene Unterbrechungsregeln beachten.
  7. Nach Ende des Verfahrens die genannte Wartezeit einhalten und Gläser aufrecht entnehmen.
  8. Vollständig abkühlen lassen, Verschlüsse prüfen und die Gläser beschriften.

Die passende Zeit kommt aus dem Rezept. Eine allgemeine Zahl aus der Gerätetabelle lässt sich nicht ohne Prüfung auf eine anders zusammengesetzte Sauce übertragen.

Hahn und Entsafteraufsatz richtig einordnen

Ein Hahn erleichtert das Ablassen von Wasser oder das Ausschenken eines dafür geeigneten Getränks. Er ist kein Beleg dafür, dass ein Gerät für dicke Suppen oder jede Form des Einkochens gedacht ist. Rückstände im Hahn gehören bei der Reinigung mit dazu.

Beim Dampfentsaften wird Saft gewonnen. Wie dieser anschließend behandelt, abgefüllt und gelagert wird, ist ein weiterer Schritt. Den Unterschied erklärt Saft und Sirup herstellen.

Atmosphärischer Dampf und Dampfgarer

Es gibt spezielle Einkochgeräte, bei denen die Gläser über einer kleinen Wassermenge im Dampf stehen. Für untersuchte Bauarten und bestimmte saure beziehungsweise ausreichend angesäuerte Lebensmittel liegen passende Verfahrensvorgaben vor. Diese Geräte sind keine Druck-Einkochtöpfe. Ihre Bedingungen einschließlich maximaler Prozessdauer und Wasservorrat müssen genau eingehalten werden.

Ein beliebiger Dampfgarer oder ein Topf mit einem kleinen Gemüsedämpfeinsatz ist damit nicht automatisch gleichzusetzen. Übernimm die Zeiten eines Wasserbads nicht ohne eine passende geprüfte Geräte- und Verfahrensanleitung. Für den Einstieg bieten die vorhandenen Wasserbadrezepte den klarer beschriebenen Weg.

Beim Kauf nicht nur auf Liter schauen

Bei Einkochautomaten mit Thermostat und Timer* zählen Bedienbarkeit, passendes Zubehör und der sichere Standort. Ein Glasheber* bleibt auch hier nützlich. Kontrolliere vor dem Kauf, ob das benötigte Einkochgitter* bereits dazugehört.

Ein selten genutztes großes Gerät lässt sich häufig ausleihen. Lass dir dazu die Anleitung und alle zum Einkochen nötigen Teile mitgeben. Das spart mehr als eine Anschaffung, die später fast nur Schrankfläche belegt.

Zum Nachlesen: NCHFP: Einkochen im Wasserbad · WECK: Gläser, Ringe und Klammern · BfR: Fragen zum Botulismus · Universität Wisconsin: Einkochen mit atmosphärischem Dampf.

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